Dipl.-Ing. (FH) Franz-Josef Johann


Ab wann lohnt sich eine Pelletheizung?

Die Anschaffungskosten für eine Holzpelletheizung sind höher als bei konventionellen Heizungssystemen. Aufgrund der geringen Brennstoffpreise amortisiert sich eine Holzpelletheizung nach wenigen Jahren. Der Amortisationspunkt hängt von vielen Faktoren ab, wie z.B. das Heizverhalten, Sanierungszustand des Gebäudes, zu beheizende Fläche. Durch die Einrechnung der staatlichen Förderung verringern sich die Anschaffungskosten. Das wichtigste Förderprogramm ist das Marktanreizprogramm des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit.

Haben wir genug Rohstoff?

Sägemehl und Hobelspäne sind der Rohstoff aus dem die Pellets hergestellt werden. Hierbei handelt es sich fast ausschließlich um Nebenprodukte aus der Holz verarbeitenden Industrie. Holz ist ein heimischer und nachwachsender Brennstoff. Diese Tatsache ermöglicht Deutschland in Zeiten knapper werdender fossiler Energieträger eine bedeutende Unabhängigkeit von heizöl- und erdgasfördernden Ländern.

Der deutsche Wald verfügt über die höchsten Holzvorräte in Europa und damit über erhebliche nachhaltig mobilisierbare Holzvorräte. Nach Berechnungen der Landeswaldinventur in Nordrhein-Westfalen sind ausreichend Holzpotenziale im Waldrestholz und im Sägerrestholz vorhanden.

Woher kommen Holzpellets?

Über 60 Holzpelletproduktionsstandorte gibt es in Deutschland. Im Jahr 2013 wurden bundesweit 2,4 Mio. Tonnen (t) Pellets produziert – ein Plus zum Vorjahr von rd. 150.000 t. Damit hat Deutschland seine europaweite Führung bei der Produktion von Holzpellets ausgebaut. Mangels Absatz am Heizungsmarkt werden in Deutschland jedoch nur 1,2 Mio. t verbraucht. Knapp ein Drittel der deutschen Produktion wird exportiert. Auch das Händlernetz hat sich ausgedehnt. Pellets werden regional produziert und geliefert, das schafft Arbeitsplätze, stärkt die regionale Wertschöpfung und soziale Strukturen.

Wie entsorge ich die Asche und wie oft muss ich Holzpellets nachfüllen?

Vollautomatische Pelletzentralheizungen weisen einen hohen Bedienkomfort auf. Die Modelle verfügen über eine automatische Zuführung der Pellets in den Brennraum des Kessels. Allerdings muss der Aschebehälter regelmäßig geleert werden. Die Häufigkeit variiert je nach Hersteller und Modell (im Durchnitt 3x jährlich). Es fallen bei der Verwendung von Pellets nur relativ wenig Aschereste an. Da die Pelletasche nur aus Holzasche besteht, ist sie ein guter Dünger. Alternativ wird sie über die graue Restmülltonne entsorgt.

Wie viel Platz brauche ich für die Lagerung von Holzpellets?

Holzpellets benötigen auf Grund ihrer hohen Energiedichte ein deutlich geringes Lagervolumen als andere biogene Festbrennstoffe. Durchschnittlich 3 bis 5 Tonnen reichen aus, um ein Einfamilienhaus ein Jahr lang beheizen zu können. Pro kW Heizlast benötigt man ungefähr 0,9 m³ Lagerraum inklusive Leerraum. Für ein Einfamilienhaus reichen 9-12m³. Es existieren mehrere Möglichkeiten der Brennstofflagerung: umgebauter Kellerraum, in Silos aus Metall oder Stoffgewebe oder beispielsweise in einem unterirdischen Lagertank außerhalb des Gebäudes.

Warum heize ich mit Holzpellets klimaneutral?

Die Nutzung von Holzpellets ist im Vergleich zu fossilen Energieträgern weitgehend kohlendioxidneutral. Bei der Verbrennung der Pellets wird die Menge an Kohlendioxid freigesetzt, die der Baum beim Wachstum aufgenommen hat (geschlossener Kohlenstoffkreislauf). Bei der Verbrennung von fossilen Energieträgern wird dagegen Kohlendioxid freigesetzt, das seit Millionen von Jahren gespeichert ist. Diese Freisetzung führt zu einer Erhöhung des Kohlendioxidgehaltes in der Atmosphäre und ist maßgeblich für den anthropogenen Treibhauseffekt verantwortlich.

Natürlich bezieht sich die Kohlendioxid-Neutralität lediglich auf den Verbrennungsprozess. Bei der Gewinnung, Aufbereitung und dem Transport der Pellets wird wie bei allen anderen Energieträgern, ebenfalls Kohlendioxid freigesetzt.

Wie sieht es mit den Emissionen von Holzpellets aus?

Bei Pelletheizungen werden Brennstoffmenge und Verbrennungsvorgang computergesteuert exakt aufeinander abgestimmt und kontrolliert. Der Brennraum bleibt dabei auf Grund der vollautomatischen Brennstoffförderung geschlossen. Hierdurch ist ein Dauerbetrieb mit effektivem Abbrand möglich, der niedrige Emissionen und hohe Wirkungsgrade von bis zu 95 Prozent zur Folge hat. Auch im Teillastbereich weisen Pelletheizungen niedrige Emissionswerte auf. Ein weiterer Grund für die niedrigen Emissionen der Pelletheizungen ist neben dem gleichmäßigen, ungestörten Verbrennungsvorgang auch die durch die Normierung garantierte Zusammensetzung und Qualität (zum Beispiel geringe Restfeuchte) des Brennstoffs. Im Jahr 2010 wurde die

1. Bundesimmissionsschutzverordnung (1. BImSchV) novelliert und dem Stand der Technik angepasst. Für Holzpelletheizungen verschärfen sich stufenweise die Emissionsgrenzwerte. Anfang 2015 tritt eine weitere Stufe mit verschärften Grenzwerten in Kraft. Die neuen Grenzwerte halten viele bestehende Holzpelletanlagen bereits ein. Im Regelfall ist ein Nachrüsten von Filtern nicht erforderlich. Für neu installierte Anlagen gelten die Grenzwerte sofort. Für bestehende Anlagen gelten Übergangsfristen.

Auf Grund ihrer Energieeffizienz und Schadstoffarmut tragen viele Holzpelletheizungen das Umweltzeichen für ökologisch geprüfte Erzeugnisse, den „Blauen Engel“. Vom Öko-Institut wurde eine Berechnung der Gesamtumweltbelastung von Holzpelletheizungen vorgenommen. Laut dieser Bewertungen ist die Gesamtumweltbelastung nicht einmal halb so hoch wie bei einer Ölheizung.

 Im Auftrag von:

  Logo des Ministeriums für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz NRW

 

 Quelle:

    Aktion Holzpellets - Häufige Fragen

 

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